Auch zwanzigeins und nicht nur einundzwanzig!

Herzlich willkommen bei zwanzigeins e.V., dem Verein zur Reform der deutschen Zahlensprechweise.​

Mitgliederversammlung 2018

Unsere diesjährige Mitgliederversammlung findet statt am 24.11.2018 um 14:00 Uhr im Raum IB E1-141 der Ruhr-Universität Bochum. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen!

Initiative zur Normung der Zahlensprechweise

Thomas Colignatus, Scheveningen, schlägt vor, eine "mathematische" Sprechweise der Zahlen als Goldstandard international zu normieren, um daran die Abweichungen der realen Zahlensprechweisen in den verschiedenen Sprachen zu messen. Der Vorstand beurteilt diesen Vorschlag als sinnvoll, Details hier.

Was will der Verein?

Der Verein will die unverdrehte, d.h. die stellenwertgerechte Zahlensprechweise im Deutschen populär und gesellschaftsfähig machen. Wir wollen erreichen, dass sie als richtige Sprechweise allgemein anerkannt wird. Insbesondere wird damit auch bewirkt, dass das Erlernen des Deutschen durch Ausländer in vielen Fällen erleichtert wird.

Wir vertreten die Auffassung, dass es im Schulunterricht kein Tabu sein darf, über die Eigenart der deutschen Zahlnamen zu sprechen. Die stellenwertgerechte Zahlensprechweise der Ziffern von links nach rechts sollte auch gelehrt werden. Wir unterstützen Lehrpersonen, die diese Inhalte in ihrem Unterricht in eigener pädagogischer Verantwortung aufnehmen.

Wir erheben die Forderung, dass jedes Schulkind im deutschsprachigen Raum in wenigstens einer Unterrichtsstunde die unverdrehte Zahlensprechweise kennen lernen soll. Wir appellieren an die zuständigen Stellen in Ministerien und Schulen, an der Umsetzung dieses Vorschlags mitzuwirken. Es könnte dadurch erreicht werden, dass Kinder ein besseres Verständnis für Zahlnamen und des Stellenwertsystems erwerben. Diese Sanfte Reform ist längst überfällig.

Wir sind auch der Auffassung, dass die Darstellung der deutschen Zahlensprechweise in den gegenwärtig verwendeten Schulbüchern ungenügend ist. Zumeist wird so getan, als gäbe es keine Besonderheit. Es wird dogmatisch angeordnet und ignoriert, verschwiegen und verdrängt, dass hiermit ein Problem beim Erlernen gegeben ist. Es soll aber offen und explizit ausgesprochen werden, welche komplizierten Verdrehregeln beim Lesen von Ziffernwörtern, insbesondere bei solchen mit Komma, zu beachten sind. Auch sollte Geschichtliches über alte schriftliche Zahlendarstellungen und über die Einführung des dekadischen Stellenwertsystems um 1500 ins Deutsche dargelegt werden. Damit kann erklärt werden, woher die verdrehte Sprechweise kommt. Im ausgehenden Mittelalter wurde eine Revolution bei der schriftlichen Form der Zahlendarstellungen durchgeführt, indem die schwerfällige römische Darstellung durch das elegante und bis heute gültige indisch-arabische Stellenwertsystem ersetzt wurde. Man hat jedoch versäumt, eine vergleichsweise harmlose Reform und Anpassung der mündlichen Darstellung vorzunehmen, obwohl es solche Vorschläge gab (siehe unter Infos/Chronik den Vorschlag des Rechenmeisters Jakob Köbel von 1520)

Wenn heute ein Kind, was durchaus geschieht, einer Lehrperson die Frage stellt, warum die Zahlsprechweise verkehrt ist, wird es zumeist keine angemessenen Antwort erhalten. Es kann doch niemand wollen, dass dieser Zustand so bleibt.


Wir sind kein "Anti-Einundzwanzig"-Verein und es ist nicht unser Ziel, die heute gebräuchliche verdrehte Art des Zahlensprechens abzuschaffen, da beide Sprechweisen, wie man am Beispiel des Tschechischen sehen kann, gut nebeneinander verwendet werden können.

Man spricht dann etwa auch

  • zwanzigeins statt einundzwanzig für 21

  • zweihundertvierzigsieben statt zweihundertsiebenundvierzig für 247

  • fünfzigdreitausendsiebenhundertsechzigneun statt dreiundfünfzigtausendsiebenhundertneunundsechzig für 53769

Deutsche Schüler(innen) des vierten Schuljahres zeigen in internationalen Vergleichen eine deutlich schlechtere Leistung in Mathematik als gleichaltrige Schüler(innen) aus vergleichbaren Staaten der EU und der OECD, wobei dies allein an einer schwachen Leistung im Zahlenverständnis und im Rechnen liegt (siehe Projekte/TIMSS).

Es sollen deshalb die Mängel der bisherigen deutschen Zahlensprechweise durch spezielle wissenschaftliche Untersuchungen festgestellt und bekannt gemacht werden (siehe die Zusammenstellung bereits gesicherter neuro- und entwicklungspsychologischer Erkenntnisse zur nachteiligen Auswirkung der englischen sowie deutschen und niederländischen Aussprache der Zahlen).


Man kann nachteilige Auswirkungen für folgende Bereiche unterstellen, aber auch fehlende Erkenntnisse und eine mangelhafte Auseinandersetzung mit der Problematik:

Im didaktischen Bereich

Insbesondere im Mathematikunterricht der Grundschulen stellt die deutsche Zahlensprechweise für viele Schüler(innen) ein beträchtliches Lernhindernis dar. Es ist dringend geboten, dass die politisch Verantwortlichen empirische Untersuchungen in Auftrag geben, um das Ausmaß dieser dadurch bedingten Lernstörungen festzustellen. Siehe hierzu auch "Unterrichtsversuche" und AG "Empirische Studien".

Im wirtschaftlichen Bereich

Aufgrund der erhöhten Fehlerquote bei der Weitergabe von Zahlenangaben entsteht wirtschaftlicher Schaden. Es ist notwendig, diesen Umfang realistisch abzuschätzen.

Im politischen Bereich

Vielen Ausländern wird das Erlernen des Deutschen durch die eigentümliche deutsche Zahlensprechweise erschwert. Dies kann politisch nicht gewollt sein.
Im Rahmen der europäischen Einigung ist eine Anpassung von nationalen Standards notwendig. Man sollte das verdrehte deutsche Zahlenaussprechsystem an das Stellenwertsystem anpassen, und damit auch an international gebräuchliche Sprechstrukturen, wie sie u.a. im Englischen, Spanischen, Italienischen, Tschechischen, Polnischen, Russischen, Finnischen, Schwedischen, Norwegischen, Türkischen, Chinesischen und Japanischen verwendet werden. Hier ein Vorschlag (siehe auch AG "Vorschlag Zahlenaussprache").


Um diese Ziele zu verwirklichen, haben wir folgende Forderungen:

Forderung A

Die für den Schulunterricht verantwortlichen gesellschaftlichen Gruppen, Gremien, Ministerien und Behörden sind angehalten, empirische Untersuchungen im Auftrag zu geben, in denen erforscht werden soll, inwieweit die deutsche Zahlensprechweise im Mathematikunterricht an Grundschulen für viele Schüler ein Lernhindernis darstellt.

Forderung B

Die Durchführung von Schulversuchen mit der unverdrehten Zahlensprechweise im Mathematikunterricht soll von den Kultusministerien der deutschsprachigen Länder genehmigt werden.

Forderung C

Die bildungspolitischen Kreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden aufgerufen, eine gründliche Bewertung der Reformvorschläge zur deutschen Zahlensprechweise vorzunehmen.