IQB-Bildungstrend 2016

Einige Hintergrundinformationen zu dieser wichtigen aktuellen deutschen Studie zum Leistungsstand der Kinder im vierten Schuljahr, speziell in Mathematik, kann der Zusammenfassung und Stellungnahme der Kultusministerkonferenz entnommen werden (https://www.kmk.org/aktuelles/artikelansicht/iqb-bildungstrend-2016-veraenderte-schuelerschaft-stellt-grundschulen-vor-grosse-herausforderungen.html):

„Im IQB-Bildungstrend 2016 untersucht das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Auftrag der Kultusministerkonferenz zum zweiten Mal, inwieweit Viertklässlerinnen und Viertklässler die bundesweit geltenden Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz in den Fächern Deutsch und Mathematik für den Primarbereich erreichen. Durch einen Vergleich mit den Ergebnissen des IQB-Ländervergleichs 2011 ist es möglich zu prüfen, inwieweit sich das Kompetenzniveau der Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe in den einzelnen Ländern in einem Zeitraum von fünf Jahren verändert hat.“

„Am IQB-Bildungstrend 2016 haben 29.259 Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe in 1.508 Grund- und Förderschulen aus allen 16 Ländern teilgenommen.“

„Im Fach Mathematik wurden die Bereiche „Zahlen und Operationen“, „Raum und Form“, „Muster und Strukturen“, „Größen und Messen“ sowie „Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit“ getestet.

Die Bildungstrends werden auf Grundlage der von der Kultusministerkonferenz vereinbarten Bildungsstandards durchgeführt und richten sich damit stärker an der Lehrplanwirklichkeit und Unterrichtspraxis aus als internationale Erhebungen, an denen Deutschland ebenfalls regelmäßig teilnimmt.

Die wissenschaftliche Gesamtverantwortung für den IQB-Bildungstrend 2016 liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat.“

Der vollständige Bericht ist hier frei erhältlich:
https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/BT2016/Bericht

Das folgende Zitat aus der Berichtszusammenfassung (BT2016_Zusammenfassung.pdf, S. 12) beschreibt als ein Hauptergebnis der Studie den sich verschlechternden Leistungsstand in Mathematik:

„Im Fach Mathematik ist für Deutschland insgesamt …. ein signifikant negativer Trend zu verzeichnen. Hier ist der Anteil der Viertklässlerinnen und Viertklässler, die den Regelstandrad erreichen oder übertreffen, um knapp 6 Prozentpunkte gesunken und der Anteil der Anteil der Viertklässlerinnen und Viertklässler, die den Mindeststandrad verfehlen um fast 4 Prozentpunkte gestiegen. Den Optimalstandard erreicht im Jahr 2016 ein um 3 Prozentpunkte geringerer Anteil der Schülerinnen und Schüler als im Jahr 2011.“

Das Fazit der Forscher ist klar (BT2016_Zusammenfassung.pdf, S. 32):

„Zentral ist dabei die Frage, wie Schülerinnen und Schüler in den Fächern und Kompetenzbereichen, in denen Optimierungsbedarf besteht, durch eine gezielte Weiterentwicklung des Unterrichts besser gefördert werden können“.

Es ist somit die Forderung aufzustellen, dass unsinnige Barrieren abgebaut werden, die den Kindern den Zugang zum Zahlenverständnis und zur Mathematik in der Grundschule erschweren. Hierzu zählt sicherlich die verdrehte Zahlenaussprache im Deutschen. Der Verein möchte eine Arbeitsgruppe bilden, die Kontakt zu den Leitern der Studie aufnimmt, um die IQB-Untersuchung und den Vorschlag zu diskutieren, auch eine stellenwertgerechte Zahlenaussprache in der Grundschule zu ermöglichen.